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Kommentar zum Glasfaserausbau

Erstellt von Christoph Discher | |   Glasfaser

Grundsteinheim ist aktuell eigentlich schon gut mit DSL mit bis zu 100 Mbit/s ausgebaut. Allerdings ist es trotzdem wichtig das Thema Glasfaser voranzutreiben. Meist wird immer nur mit der Geschwindigkeit geworben, aber das ist aus meiner Sicht nicht mal der wichtigste Punkt:

 

  • Stabilität: DSL in hohen Geschwindigkeiten holt alles was möglich ist, aus der Kupferleitung raus. Dadurch wird es anfällig für Störungen, ausgelöst durch Funk, Spannungsspitzen, große Stromverbraucher, günstige Trafos in elektrischen Geräte die Störsignale verursachen, etc. In der Praxis führt das dazu, dass ungefähr einmal pro Woche die Verbindung abreißt und vom Router neu aufgebaut werden muss (ca. 5-10 min Ausfall). Dies ist beim Homeoffice, Telefonieren, Internetradio, Fernsehstreaming, etc. extrem lästig. Bei Glasfaser gibt es solche Stabilitätsprobleme nicht und solange keine Geräte ausfallen, können Verbindungen über Jahre ohne Unterbrechung aufrecht gehalten werden (daher wird in Rechenzentren auch auf Glasfaser gesetzt).
  • Langfristige Investition in die Zukunft: Während Verbindungen über Kupfer bereits am Ende der Entwicklung angekommen sind und aufgrund der Störanfälligkeit und des Stromverbrauchs auch in Zukunft wohl nur noch minimal schneller werden, ist die Entwicklung bei Glasfaser erst am Anfang. Man kann davon ausgehen, dass die Glasfaser, welche nun verlegt wird, für die technischen Entwicklungen in den nächsten 50 Jahren genutzt werden kann. Das heißt bei zukünftigen Geschwindigkeitssteigerungen müssen zwar die Endgeräte getauscht werden, nicht aber die Leitung im Boden (so war das ja auch bei der Kupferleitung in den letzten vergangenen 100 Jahren).
  • Sicherheit vor Überspannung: Glasfaser leitet kein Strom. D.h. ein Blitzeinschlag in die Telefonleitung oder in die Telefon/DSL Vermittlung kann nicht den Router zu Hause zerstören (oder im schlimmsten Fall sogar weitere Geräte die daran angeschlossen sind).
  • Einsparung von Energie: Um auf Kupfer immer höhere Geschwindigkeiten zu erreichen gibt es nur zwei Wege. Man muss Frequenzen auf der Leitung immer aufwändiger modellieren und man muss die Frequenzen erhöhen. Die komplexe Frequenzmodellierung benötigt Rechenleistung, sodass die Chips im Router immer aufwändiger werden und immer mehr Strom brauchen und die Erhöhung der Frequenz erhöht auch die kapazitive Last der Leitung (Kondensator Effekt, höher je länger die Leitung ist), sodass der Stromverbrauch beim Sender und Empfänger steigt. Aufgrund dieser physikalischen Begrenzungen sind keinen nennenswerten Geschwindigkeitssteigerungen mehr für Kupfer zu erwarten. Bei Glasfaser kann man mit wenigen Milliwatt Daten über mehrere Kilometer Entfernung übertragen, da es nahezu keine Verluste gibt.
  • Geschwindigkeit: Die Glasfasertarife bieten Geschwindigkeiten mit bis zu 1 GBit/s. Schon mit aktueller Technik lassen sich fast 200 Terabit über ein Glasfaserkabel übertragen (200.000 GBit/s). Da mag man sich gar nicht vorstellen in welche Geschwindigkeitsregionen das noch in den nächsten Jahrzehnten steigen wird.
  • Die Wahl haben: In Grundsteinheim sind wir das ja nicht wirklich gewohnt, die Wahl zu haben. Bei Mobilfunk war es immer Vodafone (mittlerweile wohl auch O2) und bei Festnetz die Telekom. Aber wäre es nicht gut, wenn man bei Problemen mit seinem Provider auch zu einem Anderen gehen kann. Mit Glasfaser bekommen wir eine komplette zusätzliche Infrastruktur und können uns zwischen Telekom und Deutsch Glasfaser entscheiden, sofern denn die Glasfaser gebaut wird. Wer absolut auf Internet angewiesen ist, kann sogar beide Anschlüsse buchen und hat ein „Backup“ wenn eine Leitung ausfällt.
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